Die Herausforderung "Digitalisierung"

Was den digitalen Wandel ausmacht und wie man ihn meistert.

 

Während vor allem die Big Player die Entwicklung der Digitalisierung maßgeblich mitgestalten steht der Großteil der österreichischen Unternehmen noch ganz am Anfang der Digitalisierung. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigt, dass digitale Technologien aktuell nur für 21% der befragten Unternehmen eine sehr große Rolle für ihr Geschäftsmodell spielen (Ernst & Young (2017) Basis: Österreichische KMU und nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen mit 30-2000 Mitarbeitern (n=900)). Weitere 37% haben angegeben, dass digitale Technologien eine mittelgroße Rolle spielen, 23% antworteten mit kaum und 19% mit gar nicht. Dennoch sehen Unternehmen vor allem Chancen in der Digitalisierung: 50% der Befragten gaben an, dass sie „eher eine Chance“ sehen und 16% sehen „Eindeutig eine Chance“ in der Digitalisierung. Allerdings wissen insbesondere KMUs nicht genau, wie sie dieser Entwicklung begegnen sollen.

36% der Befragten nannten fehlendes Know-How zur Umsetzung als eine der größten Herausforderungen, 32% fehlende bzw. schwer definierbare Ziele und 31% zu wenig Information.

Die definitorische Unschärfe des Begriffs macht einen erfolgreichen Wandel nicht einfacher – In manchem Kontext wird der Begriff Digitalisierung benutzt, um den Wandel von Analog zu Digital, oftmals in Bezug auf Prozesse und Prozessschritte, zu beschreiben. Diese Definition wird der komplexen Entwicklung, die mit der Einführung digitaler Technologien einhergeht nicht gerecht. Wir bei Poesis verstehen unter der Digitalisierung vor allem einen Veränderungsprozess der Neugestaltung von Marktleistungen und Geschäftssystemen mi digitalen Mitteln. Digitalisierung kann nicht nur auf die Nutzung von digitaler Technologie reduziert werden, sondern erfordert vielmehr Transformation auf unterschiedlichen Ebenen im Unternehmen.

Durch diese Komplexität ergeben sich vielfältige Herausforderungen und Chancen für Unternehmen. Die größte Herausforderung ist die Koordination und Bestimmung der Aktivitäten. Ziel muss sein gemeinsam zu definieren, wie das Thema ganzheitlich im Unternehmen angegangen wird, welche Maßnahmen Sinn machen und was für das Unternehmen mit all seinen Mitarbeitern und Prozessen und seinem individuellen Geschäftsfeld langfristig Nutzen stiftet.

Um diese Herausforderung zu meistern haben sich unsere Berater intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und insgesamt sieben Handlungsfelder definiert, die eine gesamtheitliche Sicht auf das Thema der Digitalisierung ermöglichen.

Systems of Intelligence. Das Handlungsfeld Systems of Intelligence beschreibt die Nutzung von besonders modernen Systemen, beispielsweise in Form von Chatbots (z.B. Alexa), Artificial Intelligence (z.B. IBM Watson) oder neuralen Netzwerken (z.B. Alphabet DeepMind). Ziel ist es, Systeme zu bauen, die laufend dazulernen und besser werden.

Produkte. Im Zuge der Digitalisierung findet im Normalfall auch ein Umdenken innerhalb der Unternehmen statt, das einen Wandel weg von klassischen Produkten und Dienstleistungen hin zur Schaffung von Kundenerlebnissen und zur Lösung von Problemen ermöglicht.

Kunden. Durch die Digitalisierung können Kunden auf neuartige Wege angesprochen werden. Es ergeben sich neue Distributionskanäle, welche in dieser Form nicht existiert haben. Zudem bieten sich durch Marketingautomation, Big Data und Business Intelligence vielfältige neue Möglichkeiten. Moderne CRM Systeme machen genaueste Prognosen zu den Bedürfnissen der einzelnen User und erlauben individualisierte Angebote. Das Ziel ist es, die Wünsche des Kunden zu kennen, bevor er sie selbst bewusst wahrnimmt.

Operations. Die Veränderung von Prozessen und Prozessschritten spielt eine essenzielle Rolle in der Digitalisierung von Unternehmen. Durch Machine Data und Machine Learning ergeben sich neue Möglichkeiten. Prozessmonitoring ist viel detaillierter möglich, zudem können Prozesse automatisiert werden.

Mitarbeiter. Die Einführung von digitaler Technologie ermöglicht neue Arten und Wege der Zusammenarbeit, neuer Arbeitsmodelle und eine Teilautomatisierung des Recruitings. Auf der anderen Seite wird die Interaktion zwischen Menschen und Maschinen die Arbeit in bestimmten Sektoren grundsätzlich verändern. Damit dieser Wandel gelingt braucht es neue Skills und eine Veränderung des Mindsets.

IT-Architektur. Die IT-Architektur ist das prominenteste Handlungsfeld der Digitalisierung. Die Einführung moderner ERP- und CRM-Systeme (Automatisierte Datenverarbeitung, Digitalisierung von Dokumenten,) ist einerseits die Voraussetzung für viele notwendige Aktivitäten, bietet andererseits aber auch vielseitige Chancen für Unternehmen im Kontext der restlichen Handlungsfelder.

Management. Das Management muss sich im Zuge der Digitalisierung mit der Schaffung neuer Geschäftsmodelle auseinandersetzen. Zudem ist es essentiell neue Führungsansätze (beispielsweise Kreisorganisation) anzuwenden und neue Methoden zur Strategieentwicklung in die Arbeitsweise zu integrieren, um sowohl die internen als auch externen Auswirkungen der Digitalisierung zu koordinieren und erfolgreich zu managen.


Lena Schwarzl über die Herausforderungen der Digitalisierung


Wir nutzen diese Spielfelder der Digitalisierung auch in unseren Kundenprojekten. In Rahmen einer von uns vorbereiteten und moderierten Workshop-Reihe mit dem Titel „Get Digital“-Strategy Check entsteht in kurzer Zeit ein klares Bild der Ausgangslage und des Zielzustandes. Dieser Workshop verfolgt einen individuellen Ansatz, um die besonderen Bedürfnisse eines jeden Unternehmens zu identifizieren und in das Ergebnis miteinfließen zu lassen.

Der mehrtägige Workshop ist dabei in vier aufeinander folgende Schritte gegliedert. Zu Beginn des Workshops steht die Identifikation der Handlungsfelder im Vordergrund. Dazu werden zunächst Impulse gesetzt, Begriffe wie z.B. Digitalisierung, digitale Transformation und Hyper-Innovation gemeinsam erarbeitet und die Treiber dieses Wandels identifiziert. Zudem erläutern wir die einzelnen Spielfelder im Detail und teilen unsere Erfahrungen zu möglichen Lösungsansätzen. Im zweiten Schritt des Workshops geht es um die Entwicklung von individuellen Lösungsansätzen in Zusammenarbeit mit den Workshopteilnehmern. Diese Lösungsansätze werden im dritten Schritt hinsichtlich ihrer Machbarkeit evaluiert. Den Abschluss bildet die Definition der Umsetzung mit dem Ziel, eine grobe Roadmap inklusive Kosten- und Resourcenschätzung aufzustellen.

Durch die sorgfältige Auswahl der Teilnehmer, sowohl aus der Mitarbeiter- als auch der Führungsebene, werden alle maßgeblichen internen Perspektiven und Aktivitäten zusammengeführt und eine interne „Koalition von Veränderern“ geformt, welche die Umsetzung im Unternehmen weiterträgt.


Weitere Informationen zu unserem "Get Digital" Strategy Check Workshop finden Sie hier:

https://www.poesis.at/get-digital-strategy-check-Workshop/